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Strukturen sichern, Demokratie stärken

Förder- und Organisationslogiken aus Sicht eines Dachverbandes politischer Bildung

Die Strukturen bundesweiter Dachverbände politischer Bildung, wie wir sie in Deutschland kennen, sind einzigartig in der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung in Europa – vielleicht sogar weltweit. Politische Bildung ist politisch gewollt und wird finanziell gefördert. Dennoch steht die politische Jugend- und Erwachsenenbildung heute unter einem doppelten Erwartungsdruck: Sie soll auf gesellschaftliche Polarisierung, Desinformation und demokratiefeindliche Tendenzen reagieren – und dabei zugleich stabil, innovativ und nachhaltig organisiert sein.


In einem Spannungsfeld bewegen sich Verbände und Zentralstellen politischer Bildung, wenn sie ihre Arbeit planen und ihre Finanzierung sichern müssen. Die Anforderungen an Verwaltung, Evaluation, Programmentwicklung und Qualitätssicherung steigen – während die Finanzierung häufig lückenhaft, befristet oder zweckgebunden ist. Es stellt sich die Frage: Wie gelingt es unter diesen Rahmenbedingungen, eine professionelle Geschäfts- und Zentralstelle aufrechtzuerhalten, die sowohl Infrastruktur bietet als auch Innovation ermöglicht?


Wozu braucht es Dachverbände politischer Bildung?

Dachverbände wie beispielsweise die Arbeitsgemeinschaft katholisch-sozialer Bildungswerke in der Bundesrepublik Deutschland e. V., der Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten oder der Bundesarbeitskreis Arbeit und Leben e. V. sind Ausdruck und Voraussetzung für eine vielfältige, strukturierte Bildungslandschaft. Sie bündeln Erfahrungen, vertreten gemeinsame Interessen und übernehmen zentrale Aufgaben im Bereich der inhaltlichen und organisatorischen Weiterentwicklung politischer Bildung. (Eine Übersicht über verschiedene Dachverbände findet sich u. a. hier: https://t1p.de/bpb-Uebersicht-Dachverbaende). Seit ihrer Gründung in den fünfziger Jahren leisten sie als bundesweit tätige Fachorganisationen der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung einen kontinuierlichen Beitrag zur Festigung der Demokratie. Mit ihren Bildungsangeboten sollen insbesondere junge Menschen zu politischer Partizipation und gesellschaftlichem Engagement ermutigt werden. In Zeiten multipler Krisen – von Klimawandel bis hin zu kriegerischen Konflikten in Europa und steigendem Extremismus weltweit – ist diese Aufgabe dringlicher denn je. Die Entstehung der Verbändelandschaft nach dem Zweiten Weltkrieg war eng mit dem Anliegen verbunden, demokratische Bildung institutionell zu verankern. Insbesondere kirchliche Bildungseinrichtungen erhielten den Auftrag, demokratisches Denken und Handeln zu fördern – ein Auftrag, der bis heute gilt, zumal demokratische Bildung zunehmend präventive Demokratiearbeit bedeutet. In dieser Zeit entstanden erste Akademien, Bildungswerke und Fortbildungsstätten, die den demokratischen Neubeginn mitgestalteten.


Die Rolle der Zentralstelle: Infrastruktur, Qualität…

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Die Autorin

Andrea Rühmann ist Politikwissenschaftlerin, Historikerin, Literaturwissenschaftlerin und Erwachsenenbildnerin. Als Geschäftsführerin der AKSB e. V. vertritt sie über 60 katholische Akademien und Jugendbildungswerke in Deutschland, die politische Bildung für Jugendliche und Erwachsene anbieten. Seit Oktober 2024 ist sie Vorsitzende des Bundesausschuss für Politische Bildung.