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Reflexionen zur Reaktualisierung klassischer politikdidaktischer Konzeptionen

Michael May, Ilka Maria Hameister (Hg.): Konzeptionen der politischen Bildung. Originale und Kommentare. Frankfurt/M. (Wochenschau Verlag) 2024, 344 S., 34,90 €

Dieser Sammelband knüpft an den Band „Klassiker der Politikdidaktik neu gelesen“ an, fokussiert aber weitere „neuere“ politikdidaktische Konzeptionen und nimmt nicht nur „ältere“ klassische in den Blick. In ihrer Einführung definieren die Herausgeber*innen Michael May und Ilka Maria Hameister den Fachbegriff der politikdidaktischen Konzeption. Diese habe die Aufgabe zu entfalten, „welche Ziele politische Bildung anstreben sollte, mit welchen Gegenständen sich die Schüler/-innen befassen sollten, welche Lernwege dafür geeignet sind und welche Lernbedingungen dabei berücksichtigt werden müssen“ (7). Als Auswahlkriterien für die Aufnahme von Konzeptionen in den Band nennen die Herausgeber*innen erstens die drei Unterrichtskomponenten Ziele, Inhalte und Lernwege (Methoden). Darüber hinaus seien zweitens die weiteren Kriterien die Fokussierung dieser Unterrichtskomponenten in ihrem Verweisungszusammenhang auf Basis normativer Überlegungen sowie drittens insofern Aktualität, als „die Konzeptionen kontinuierliche Herausforderungen der politischen Bildung in der Demokratie bearbeiten“ (10) müssen. Der Band versammelt – chronologisch beginnend mit der von Theodor Wilhelm und endend mit der von Andreas Petrik – elf politikdidaktische Konzeptionen, die jeweils von aktiven Politikdidaktiker*innen interpretiert werden. Während die ausgewählten Konzeptionen im Original auszugsweise, strukturiert u. a. nach Ausgangspunkten und Grundlagen, Unterrichtszielen und Unterrichtsinhalten, vorgestellt werden, folgen ebenso strukturierte Kommentierungen von gegenwärtigen Wissenschaftler*innen aus dem Feld der Politischen Bildung, die mit einer kritischen Gesamtwürdigung und einem didaktischen Organigramm enden.

Kerstin Pohl kommentiert Hermann Gieseckes Konzeption der Konfliktorientierung. „Der Ausgangspunkt [seiner, R.B.] Konzeption ist seine Vorstellung von Politik als Konflikt“ (93), die sich in seiner Fokussierung auf Konflikte als Unterrichtsgegenstände politischer Bildung widerspiegele. Ziel politischer Bildungsprozesse sei die politische Beteiligung der Heranwachsenden. In der Neuausgabe seiner Konzeption, die explizit mit der kritischen Gesellschaftstheorie der Frankfurter Schule fundiert ist, plädiere er stärker für politische Mitbestimmung im Sinne der Demokratisierung. Zentrales Auswahlkriterium für die Auswahl von konkreten Konflikten sei nach Giesecke die politische Aktualität, denn „das Politische als das noch nicht Entschiedene zeige sich in der kontroversen Aktualität am sichtbarsten“ (98). Pohl betont, Gieseckes eigener bildungstheoretischer Beitrag zur Politikdidaktik sei die kategoriale Bildung und referiert pointiert seine elf politischen Kategorien, wie Macht und Interesse, die in jedem Konflikt enthalten seien müssen und…

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Der Rezensent

Ralph Blasche ist Oberstudienrat sowie Lehrbeauftragter für Didaktik der Sozialwissenschaften.