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„Das Wichtigste sind Menschen, die wirklich mutig und unabhängig sind.“

Basil Kerski im Gespräch über das Europäische Solidarność-Zentrum (ECS) als Civic Space in Danzig

Im Gespräch mit dem JOURNAL blickt Basil Kerski auf 15 Jahre als Direktor des Europäischen Solidarność-Zentrums (ECS) in Danzig zurück. Auf dem Gelände der ehemaligen Lenin-Werft entstand dort ein offener Ort für Erinnerung, politische Bildung und gesellschaftliche Debatten – ein lebendiger Civic Space der europäischen Freiheitsgeschichte. Seine zentrale Botschaft: Demokratie braucht solche Räume der Begegnung und Menschen, die mutig und unabhängig für Solidarität und Menschenrechte eintreten.

JOURNAL: Herr Kerski, von 2011 bis Ende 2025 haben Sie das Europäische Solidarność-Zentrum (ECS) in Danzig geleitet. Was ist in diesen 15 Jahren entstanden?

Kerski: Ab 2011 bestand meine Aufgabe darin, auf dem ehemaligen Gelände der Lenin-Werft ein Museum mit einer Ausstellung zur Solidarność und zu anderen demokratischen Revolutionen in Mittel- und Osteuropa zu schaffen. Ziel war es, die grundlegenden Werte dieser Revolution darzustellen, vor allem die Bedeutung der universellen Menschenrechte für die demokratische Bewegung in Polen und anderen Ländern Mittel- und Osteuropas. Menschenrechte gelten nicht nur für eine bestimmte ethnische Gruppe oder Nation, sondern beruhen auf einem Solidaritätsprinzip. Sie gelten für alle Menschen und beruhen auf Toleranz gegenüber anderen. Ebenso wichtig ist der Blick auf die europäische Freiheitsgeschichte, in der die Souveränität aller Staaten respektiert wird. Mit unserer Arbeit wollten wir einen Beitrag dazu leisten, dass Demokratie, eine offene Gesellschaft und Toleranz weiterhin attraktiv sind und gelebt werden. Wir befinden uns in einem großen, offenen Gebäude, dessen Architektur von der Werftindustrie inspiriert ist. Es liegt mitten in der Stadt und ist die ganze Woche von morgens bis abends geöffnet. Jeder kann hereingehen und schauen, wem er begegnet, auf wen er trifft. Unser Haus ermöglicht es mehr als einer Million Besucher*innen pro Jahr, über die von mir erwähnten Werte nachzudenken, sie neu zu erklären, zu begründen und zu verteidigen. Es ist eine echte Agora, anknüpfend an jene, die die Streikenden 1980 geschaffen haben.

JOURNAL: Ist das ESC damit Teil einer größeren Entwicklung in Polen, in der Museen und Kulturinstitutionen Räume für den Austausch zwischen Bürger*innen mit Geschichte und Demokratie schaffen?

Kerski: Ja, es gibt zahlreiche Kulturinstitutionen, Museen, Theater und Orte für zeitgenössische Kunst, die für die Auseinandersetzung mit der Gegenwart von großer Bedeutung sind. Dass sie nicht immer unmittelbar der demokratischen Bildung dienen sollen, macht ihre Wirkung umso stärker. In Polen haben wir einen enormen Nachholbedarf im Bereich der Kulturinfrastruktur. Im letzten Jahrzehnt ist jedoch eine Vielzahl großartiger, auch architektonisch hervorragender neuer Kulturinstitutionen entstanden. Auch die Zahl der…

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Der Interviewte

Basil Kerski ist Politikwissenschaftler, Museums- und Kulturmanager sowie Publizist. Zwischen 2011 und 2025 übernahm er den Aufbau und die langjährige Leitung des Europäischen Solidarność-Zentrums in Danzig. Seit Januar 2026 ist er Präsident der Stiftung Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.